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Montag, 15. Juni 2015

Soundcheck|Glasperlenspiel: Tag X

Glasperlenspiel gibt wieder Gas: Während das Duo aus Stock-ach Helene Fischer auf Tour begleitet, veröffentlicht es sein drittes Studioalbum Tag X

Wie auch bei den Vorgängern gibt es hier deutschsprachigen Pop auf die Ohren. Die elektrolastigen Nummern machen weitestgehend Laune, auch wenn diese nicht wirklich neu wirken. Auf dieser Platte glänzen eindeutig die ruhigeren Stücke. 

Alles in allem bleibt Glasperlenspiel seinem Stil treu. Obwohl eine abenteuerlichere Freude am Experimentieren beim Hörer größere Euphorie auslösen würde, ist Tag X eine runde Sache geworden. Doch für das nächste mal: Ecken und Kanten haben noch niemandem geschadet. Anspieltipps: Paris, Mädchen und Erinnerungen

Montag, 1. Juni 2015

Soundcheck|Sarah Connor: Sie singt in ihrer Muttersprache

Vorgemacht hat es Petra Marklund: Als September stürmte die Schwedin international die Charts. Tracks wie Satellites und Cry For You brachten die Tanzflächen rund um den Globus zum Kochen und bescherten der Sängerin Auszeichnungen u.a. in den USA, Australien und Frankreich. Dann ließ der Erfolg nach. Und sie griff auf ihrer Muttersprache zurück: Seit sie auf Schwedisch singt erhielt die Stockholmerin 14x Platin! Hierzulande verfolgt Sarah Connor das Konzept. 

Wie schön du bist ist der erste Top 10-Hit seit 2008!

Ihre erste deutsche Platte Muttersprache stieg von 0 auf die 1 der Albumcharts! Wie schön du bist, ein Song, den die Delmenhorsterin für ihren Sohn schrieb, bestätigte zuvor den zu erwartenden Erfolg des Sprachwechsels. 


Die CD ist vollgepackt mit Gefühl, Texten die zu Herzen gehen und einer ganz neuen Sarah Connor. Endlich ist das weibliche Pendant zu Xavier Naidoo gefunden! Sicher, neu ist Frau Lewe nicht. Doch auf Deutsch wird Sarah Connor neu wahrgenom-men. 

Man kann sich neu mit ihr identifizieren und die Seele hat ein Neues Ventil für ihre Emotionen. Anspieltipps: Kommst Du mit ihr, Augen auf und Meine Insel.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Soundcheck|Terlingua: Mono Inc.

Was mich betrifft, ist es das erste Werk der Gothic-Rock-Band Mono Inc., das ich mir zu Gemüte geführt habe. Ehrlich gesagt habe ich von dieser Band noch nie etwas gehört. Umso mehr hat es mich überrascht, dass die Hamburger 2012 und 2013 mit After The War und Nimmermehr tatsächlich zwei Top 10-Alben auf den Markt gehauen haben. 


Der Gesang klingt für mich nach einem Grafen von Unheilig, der einen Joachim Witt verschluckt hat. Während der Verschluckte noch halber im Halse festzustecken scheint und immer mal wieder fröhlich mitbrummt und der Leadsänger dadurch natürlich nicht mehr abliefern kann. Der Sound erinnert zudem immer wieder sehr an Heppner oder billig produzierte Demotapes von Depeche Mode. An sich also nicht mies. 

Terlingua ist ein US-Bundesstaat in Texas: Für mich das Beste an der Platte

Offensichtlich bin ich dem Genre aber zu fern, um hier ein Konzept erkennen oder Begeisterung aufbringen zu können. Für Fans sicher ein Muss, für mich aber Stuss. Zudem stört es mich, dass ich bei den englischen Titeln kaum ein Wort verstehe. Und dies nicht, weil es eine Fremdsprache ist. Anspieltipps: Mondschein und Still

Mittwoch, 20. Mai 2015

Soundcheck|Conchita: Endlich debütiert die Wurst

Kurz vor dem Eurovision Song Contest 2015 in Wien ver-öffentlicht die Vorjahressiegerin Conchita Wurst, die während des Happenings in Österreich selbstverständlich auch mit von der Partie sein wird, ihr erstes Album. Rise Like A Phoenix hat natürlich immens vorgelegt. Ob sich die lange Wartezeit ge-lohnt hat?

"Natürlich arbeite ich auf meinen Grammy hin"

Die Interpretin herself gab an, dass es ihr größter Traum ist, einen Grammy zu gewinnen. Mit dieser Platte wird dieser Wunsch wohl nicht erfüllt werden. Obwohl teilweise skandi-navische und französische Talente am Entstehen des Albums mitwirkten, klingt das Endergebnis leider wenig international und selten furios.



Zu selten entsteht ein Wow-Effekt, wie es das musikalische Feuerwerk, mit dem Conchita Wurst den Wettbewerb in ihre Heimat holte, auslösen konnte. Sicherlich sind Lichtblicke auf der Tracklist zu finden, doch alles in allem bedient Conchita leider eher nur ihre Anhänger, die sich bereits sowieso mit dem Phänomen Conchita Wurst zufrieden geben. 

Das Album ist nicht schlecht, keine Frage. Hier wird schlicht und einfach nicht erfüllt, was erwartet werden darf. Anspiel-tipps: Colours of Your Love, Pure und Other Side of Me

Montag, 18. Mai 2015

Soundcheck|Silver Into Gold: Ann Sophie zeigt Stärke!

Schneller Pop, der mitreißt und die musikalische Fahrt dabei nicht zu hektisch werden lässt. Das erwartet man von Ann Sophie, kennt man lediglich ihre Titel Jump The Gun und Black Smoke aus dem ESC-Trubel.  

Der ESC-Song Black Smoke stammt u.a. aus der Feder von UK-Star Ella Eyre

Doch Ann Sophie beweist auf der Platte, dass sie auch Balladen und ruhigere Töne singen kann. Überhaupt lässt sie erkennen, dass sie eine grandiose Stimme hat und diese auch abwechslungsreich einzusetzen weiß. Ich persönlich bin positiv überrascht und habe von Ann Sophie nach dem Hören von Silver Into Gold ein ganz anderes Bild von ihr als Musikerin gewinnen können. 


Sie ist nicht nur die talentierte Zweitplatzierte, die den Weg nach Wien zum Finale überlassen bekommen hat. Die Hamburgerin ist tatsächlich eine waschechte Künstlerin, der man mit Respekt und Achtung entgegen treten muss. Wer ein solches Debüt veröffentlicht, hat die Chance auf eine Karriere, die vom Publikum unvoreingenommen bewertet wird, verdient. Anspieltipps: I Don't Know Where I'm Going, Have You Ever und I Believed.

Dienstag, 5. Mai 2015

Soundcheck|Eureka: Leslie Clio macht nicht nur Archimedes glücklich

Hätte unser griechischer Freund Archimedes nicht bereits in der Antike sein Leben hinter sich gebracht, würde er nach dem Hören dieses Albums sicherlich sein weltweit bekanntes Eureka! ausrufen. Leslie Clio macht die Welt mit Eureka um eine Kollektion toller Pop- und Soulstücke reicher. 


Mal zum Springen fröhlich, mal die Nachdenklichkeit zelebrierend singt die Hamburgerin fesselnd die gut gewählten Worte ihrer Texte. Absolut empfehlenswert für Hörer, die genug haben von den zur Zeit überall aufpochenden Boom Boom-Remixen neu entdeckter DJs. Die Songs fließen unauf-dringlich und unbeschwert in die Atmosphäre ein und lassen wohl fühlen. 

"Leichte Kunst" könnte man sagen. Wenn man damit nicht deutlich den Wert der musikalischen Arbeit von Leslie Clio unberechtigt reduzieren würde. Meine Anspieltipps: Eureka, Remedy und Adam.

Was besonders positiv ist: Hier wurden nicht schnell elf Titel zusammengekloppt. Neben 12 Tracks und vier Bonus-Kompositionen findet man auf der CD sogar noch zwei Remixe des derben Ohrwurms My Heart Ain't That Broken. Der Konsument bekommt also mal richtig was für sein Geld.

Samstag, 2. Mai 2015

Soundcheck|Supermoon: Sophie macht Hunger

Ganz viel Jazz, ernst gemeinte Liebe zum akustischen Detail und an Chanson erinnernde Klänge sind auf Supermoon, der neuen Platte von Sophie Hunger, verewigt. Und das auf Deutsch, Englisch und Französisch. Stil und Sound ziehen sich wie ein roter Faden von Titel zu Titel. Ohne, dass das Endprodukt Supermoon zu konzipiert und unbedingt gewollt klingt. Man spürt die Leichtigkeit der Schweizerin. 


Jeder Track hat bei der Entstehung hörbar seine Zeit bekommen, Leidenschaft und die nötige Zuwendung. Die Platte lädt ein. Zum Träumen, zum Verweilen. Dort, wohin den Hörer die sanften Töne hineinversetzen. Die Atmosphäre ist ruhig, einfühlsam. Und gleich-zeitig absolut bewegend. Meine Anspieltipps: Mad Miles, Queen Drifter und Les Plus Grands Cauchemars

Ein gelungenes Album, das sein Genre bereichert und im Ersthörer Interesse an dieser Musikrichtung wecken kann.